Mit KI und Sensorik die Menschen besser vor Hochwasser warnen / Digitalminister Mehring unterstützt solidarischen Hochwasserschutz entlang der Paar mit über einer halben Million Euro

Pressemitteilung Arbeitsgemeinschaft Solidarischer Hochwasserschutz e.V.

Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring hat der Arbeitsgemeinschaft Solidarischer Hochwasserschutz e.V. (ARGE) einen Förderbescheid in Höhe von 505.750 Euro überreicht. Die Mittel, die dem Bayerischen Staatsministerium für Digitales im Rahmen einer Fraktionsinitiative der FREIEN WÄHLER zur Verfügung gestellt wurden, fließen in den Aufbau eines KI-gestützten Echtzeit-Frühwarnsystems entlang des Flusses Paar.

Im Einzugsgebiet der Paar werden hierfür Sensoren für Wetter, Flusspegel und Bodenfeuchte installiert. Diese Daten werden mit Satellitendaten zusammengeführt und mithilfe Künstlicher Intelligenz ausgewertet. Ziel ist es, Hochwasserlagen früher zu erkennen, Einsatzkräfte rechtzeitig zu alarmieren und die Bevölkerung präziser zu warnen – über einen Mehrkanalansatz mit App, SMS, E-Mail sowie Anbindung an das Modulare Warnsystem (MoWaS).

Digitalminister Dr. Fabian Mehring betonte bei der Übergabe des Förderbescheids: „Extremwetterlagen nehmen wegen des Klimawandels massiv zu – daraus ziehen wir die richtigen Konsequenzen und rüsten uns mit modernster Technik. Moderner Hochwasserschutz muss digital, vernetzt und vorausschauend organisiert werden. Klar ist: Wir können Starkregen und Hochwasser nicht verhindern. Unser Ziel heißt: Schaden vermeiden, bevor er entsteht – durch intelligente Vorsorge mit digitalen Lösungen. Auf Basis von Sensorik und Künstlicher Intelligenz bauen wir entlang der Paar ein bundesweit einzigartiges Frühwarnsystem auf, mit dem wir entscheidende Stunden gewinnen, um die Menschen und ihr Hab und Gut zu beschützen. Die ARGE steht dabei beispielhaft für einen neuen, solidarischen Ansatz des Hochwasserschutzes - über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg. Im Schulterschluss mit diesem so besonderen Bündnis setzen wir auf innovative Technologien und sorgen gemeinsam für mehr Klimaresilienz und Katastrophenschutz in Bayern. Unsere Botschaft lautet: In Bayern ist Digitalisierung kein Selbstzweck. Im Freistaat setzen wir digitale Innovation ganz konkret ein, um Menschen, Eigentum, Infrastruktur und Umwelt zu beschützen. Dank der politischen Unterstützung einer ganzen Region setzen wir dabei mit unserem Projekt an der Paar bundesweite Maßstäbe.“

Albert Gürtner, Vorsitzender der ARGE Solidarischer Hochwasserschutz e.V. und Landrat des Landkreises Pfaffenhofen a.d. Ilm, unterstrich die Bedeutung der Förderung: „Das Extremhochwasser im Frühjahr 2024 mit Millionenschäden und tragischen Todesfällen war ein unmissverständlicher Weckruf. Mit unserer Arbeitsgemeinschaft haben wir den Hochwasserschutz entlang der gesamten Paar neu aufgestellt – solidarisch, flussgebietsweit und über alle kommunalen Grenzen hinweg, von der Quelle bei Kaltenberg bis zur Mündung in die Donau. Mit moderner Sensorik und Künstlicher Intelligenz schaffen wir die Grundlage für frühere Warnungen, schnellere Reaktionen und einen wirksameren Schutz von Menschen und Sachwerten. Dass der Freistaat Bayern diesen Weg unterstützt, ist ein starkes Signal. Staatsminister Fabian Mehring hat sich von Beginn an klar hinter die ARGE gestellt – dafür danke ich ihm und seinem Haus ausdrücklich. Gemeinsam erhöhen wir die Sicherheit und Zukunftsfähigkeit unserer gesamten Region.“

Auch die Kommunen vor Ort profitieren unmittelbar vom Zusammenschluss in der ARGE. Andreas Wiesner, stellvertretender Vorsitzender der ARGE und Bürgermeister der Mitgliedskommune Dasing, erklärte: „Für Dasing bedeutet die Mitgliedschaft in der ARGE einen echten Sicherheitsgewinn. Hochwasser macht nicht an Gemeindegrenzen halt – deshalb ist der solidarische Ansatz entlang des gesamten Flusslaufs der richtige Weg. Durch das gemeinsame Frühwarnsystem erhalten wir präzisere Prognosen und längere Vorwarnzeiten, die unseren Einsatzkräften und Bürgerinnen und Bürgern konkret helfen.“

Die ARGE Solidarischer Hochwasserschutz e.V. ist ein kommunaler Zusammenschluss von derzeit 27 Städten und Gemeinden entlang der Paar aus den vier Landkreisen Pfaffenhofen a.d. Ilm, Neuburg-Schrobenhausen, Aichach-Friedberg und Landsberg am Lech. Sie repräsentieren rund 220.000 Einwohner auf einer Fläche von über 1.000 Quadratkilometern. Das Bündnis entstand als Reaktion auf das Extremhochwasser 2024 und verfolgt das Ziel, Hochwasser-, Starkregen- und Trockenheitsrisiken durch solidarische Zusammenarbeit nachhaltig zu reduzieren.

Ein zentraler Baustein der Gesamtstrategie ist der Aufbau des nun geförderten Echtzeit-Frühwarnsystems. Durch digitale Datenintegration, KI-basierte Analyse, die Einbindung der Rettungskräfte und eine partizipative Bürgerkommunikation sollen präzise Warnungen ermöglicht werden, die Schäden minimieren und die Klimaresilienz der Region langfristig stärken.

Stand: 19.01.2026